Sonder­ausstel­lung

Senntumsschnitzerei - Brauchtum im Kleinen

Die Senntumsschnitzerei, auch Chüelischnitzerei genannt, ist Thema der diesjährigen Sonderausstellung. Entwickelt hat sie sich im 20. Jahr­hundert rund um den Säntis im Appenzellerland und im Toggenburg. Anfänglich bestehen die Schnitzereien aus Alpfahrten mit Geissbub, Ziegen, Geissmädchen, Sennen, Kühen, Bauer, Bläss und Lediwagen. Später kommen weitere Motive wie Silvesterchläuse, Bloch, Streich­musik, Tanzgruppen, Holzen oder Käsen hinzu.
Zu sehen sind die Arbeiten dreier Generationen. Die Schnitzer stammen hauptsächlich aus dem Bauernmillieu. Was als Zeitvertreib zum Fertigen von Spielzeug oder von Szenen auf den Chlausenhauben beginnt, wird zum lukrativen Nebengeschäft. Heute sind die Schnitzereien beliebte Sammelstücke.
Die Sonderausstellung dauert vom 30. März 2019 bis am 14. Januar 2020.

 

«schö-wüeschti» Chlausehüet

Die Entstehung der «schö-wüeschte» Silvesterchläuse geht in den Beginn der 1960er-Jahre zurück. Ein solcher Schuppel ist erstmals am Silvester 1963/64 unter­wegs. Es ist der Chörli-Schuppel, Männer vom Jodelchörli Urnäsch, die sich von im Wald gesammelten Materialien wie Rinde, Moos, Tannenbart, Schneckenhäuschen, Föhren, Tannzapfen oder Buchennüssli inspirieren lassen. Die neu kreierte Form von Naturchläusen regt an. So auch Armin Fässler, der später zum Bindli-Schuppel gehört. Er beginnt die Mantelrücken und die Hüte mit Schnitzereien zu verzieren. Auch die Brüder Melchior und Stefan Zimmermann vom Saien-Schuppel fertigen beeindruckende Sujets von «schö-wüeschten». Mit ihrem gestalterischen Können und ihrer Fantasie entwickeln die beiden Schuppel einen speziellen Stil von Waldchläusen. In der Ausstellung sind ein «schö-wüeschte» Chlaus des Bindli- und einer des Saien-Schuppels sowie «schö-wüeschti» Hüet anderer Gruppen aus den letzten Jahrzehnten zu sehen.
Während der Ausstellungsdauer findet im Museum jeweils am Samstag von 16.00 bis 17.30 Uhr ein «Schuppelzauren» statt.
Die Sonderausstellung dauert vom 9. November 2019 bis 9. Februar 2020.