Brauchtum

Silvesterchlausen

Wann

31. Dezember und 13. Januar, vom Morgengrauen bis in die späte Nacht (fällt der 31. Dezember oder der 13. Januar auf einen Sonntag, wird am vorangehenden Samstag geklaust).

Wo

Urnäsch und Hinterland von AR

Das Silvesterchlausen ist in der Gemeinde Urnäsch der eindrücklichste aktiv gelebte Brauch. Am neuen und alten Silvester ziehen von früh am Morgen bis spät in die Nacht «Schüppel» (Gruppen) von «Schöne», «Wüeschte» und «Schö-Wüeschte» Chläus von Haus zu Haus und wünschen ein gutes neues Jahr.

Bloch

Wann

Fastnachtsmontag alle 2 Jahre (ungerade Jahre)

Wo

Urnäsch

In einem traditionell geordneten Umzug wird von Urnäsch aus mit viel Knall und Rauch in historischen Kostümen ein fünf bis sechs Meter langer Tannenstamm, das Bloch, auf einem festlich geschmückten Wagen durch die Dörfer Hundwil und Stein nach Waldstatt und von dort nach Urnäsch zurückgezogen. Um 17 Uhr wird das Bloch auf dem Dorfplatz versteigert.

Alpfahrt (Öberefahre)

Wo

Urnäsch

In Urnäsch spielt die Alpfahrt eine besondere Rolle. Die meisten Alpen Appenzell Ausserrhodens sind über die Hauptstrasse des Dorfes erschlossen. Jährlich ziehen rund 60 Sennten (Viehhaben) anfangs Sommer durch das Dorf, um ihre Alpen zu bestossen (mit Vieh zu besetzen) und kehren im Spätsommer auf demselben Weg zurück.

Sennenball

Unter den sennischen Veranstaltungen ist der Sennenball die feierlichste. Abgehalten wird er einmal im Jahr in einem der Gasthäuser der Umgebung. Abwechselnd gehört eine Tanzrunde den Sennen in Festtagstracht und ihren Begleiterinnen in Sonntagstracht und eine Runde den Gästen mit oder ohne Tracht.

Alpstobete und Jakobifeier

Höhepunkt des Alpsommers sind die «Stobeten». Diese geselligen Anlässe mit traditioneller Appenzeller Musik, Tanz und Gesang finden Ende Juli, Anfang August während der zweiten Hälfte der Alpsaison auf verschiedenen Alpen und bei Berggasthäusern statt.
Die Jakobifeier ist der Alpstobete ähnlich. Gefeiert wird sie am nächst gelegenen Sonntag des Jakobstags (25. Juli).

Viehschau

Ende September, Anfang Oktober werden an der Viehschau in allen Dörfern des Appenzellerlands die schönsten Kühe prämiert. In Urnäsch findet die Viehschau am letzten Donnerstag im September auf dem Kronenplatz statt und ist eine der schönsten im Kanton.

Appenzeller Volkskunst

Zur Appenzeller Volkskunst gehören die Senntumsmalerei, die Senntumsschnitzerei sowie das Kunsthandwerk. Vor zweihundert Jahren entstehen um den Säntis erste Bauernmalereien. Rund hundert Jahre später entwickelt sich die Senntumsschnitzerei. Kunsthandwerker fertigen Schellen und Trachtenschmuck.

Appenzeller Volksmusik

Singen und Musizieren sind im Appenzellerland seit Jahrhunderten tief verwurzelt. Weit über die Landesgrenzen bekannt sind das Zauren, der Appenzeller Naturjodel und die Appenzeller Streichmusik. Im Museum dürfen Musikinstrumente ausprobiert werden. Kurse im Naturjodeln werden angeboten.

Am letzten Samstag im April findet seit dem Jahr 2000 der Striichmusigtag in Urnäsch statt. Auch im Museum spielt an diesem Tag eine Striichmusig.

Trachten

Farbenfroh präsentiert sich die Sennentracht im Alpsteingebiet. Die Trachten der beiden Appenzeller Kantone und des Toggenburgs unterscheiden sich nur in den Stickereimotiven auf der roten Weste, Brusttuch genannt.
Vor 1900 verschwand die traditionelle Ausserrhoder Frauenbekleidung fast völlig. 1925 gestaltet der Herisauer Maler Paul Tanner (1882-1934) die noch heute getragenen Ausserrhoder Sonntags- und Werktagstracht neu.